Eckhard Meier-Wölfle


Videoinstallation ”Valtinsche”


Kurzinhalt
Die Videoinstallation lässt die Fahrt mit der Dampflok ”Valtinsche” wieder erlebbar machen. Lassen Sie die Landschaft vorbeifliegen und lauschen Sie den Geräuschen der Dampflok, der Kohlenschipper, dem Bimmeln an unbeschrankten Bahnübergängen oder dem Gemurmel der Fahrgäste. Die Fahrt führt bis zur Endhaltestelle ”Undenheim”. Sie steigen kurz aus und treten danach die Rückfahrt wieder an. Lassen Sie sich zurückversetzen in das letzte Jahrhundert und erleben Sie eine Zugfahrt mit einer Lok an einer Eisenbahnstrecke, die seit mehr als 50 Jahren nicht mehr existiert.

Was mögen Menschen erlebt haben oder welchen Gedanken gingen sie nach, als die Landschaft vorbeiflog? War es ein Aufbruch mit einer neuen Hoffnung auf ein besseres Leben in der Ferne? Warum wählten Sie den Weg ins Rheinhessische? War es die Rückkehr in die Heimat oder von einer Reise oder einem Besuch in der großen Stadt Mainz oder die glückliche Rückkehr nach einen der beiden Weltkriege, die sie bewog diesen Weg zu wählen? Was nahmen Sie wahr?

Davon können wir nur weniges rückverfolgen. Landschaft, Hügel, Geräusche (denn so ähnlich muss es geklungen haben), Bahnhofsschilder oder Reste der Industriekultur der Nebenstrecke der ”Ludwigsbahn”. Die Zeugen dieser ”Bahnkultur” wurden so gut wie gelöscht. Für die Filmaufnahmen suchten wir nach den wenigen verblieben Zeugnissen aber auch nach Zeugen, die noch von der Dampflok und ihrem Nachfolger der ”Roten Spinne” erzählen konnte.

Woher stammt der Name? Herr Valtin war Milchkutscher, der die Milch von Nierstein nach Undenheim auf seiner Kutsche transportierte. Vermutlich verlor er im Zuge der Industrialisierung diese Arbeit mit der Inbetriebnahme dieser Eisenbahnstrecke um 1900. Denn nun wurde die Milch per Dampflok zur Molkerei an die Endhaltestelle ”Undenheim” transportiert. Die Dampflok bekam aber im Volksmund den Namen des Milchkutschers ”Valtin” bzw. in rheinhessischer Mundart ”Valtinsche”.

Die Eisenbahnstrecke wurde 1960 endgültig stillgelegt. Nunmehr dient die Trasse als Fuß- und Radweg. Der Name ”Valtinsche” lebt aber auch heute noch für den Fuß- u. Radweg weiter.

Der Film entstand als Erstlingswerk. Der Co-autor, Arian Wölfle, ist der Sohn des Künstlers Eckhard Meier-Wölfle. Die Uraufführung wird im Sommer 2012 zur Einweihung des neuen gebauten Ateliers von Eckhard Meier-Wölfle erfolgen. Das Atelier befindet sich exakt auf der Eisenbahntrasse, die nunmehr an dieser Stelle kein Rad- u. Fußweg mehr ist. Somit wollen die Autoren den Film als auch eine Wiedergutmachung gegenüber der weiteren Zementierung

- im Sinn der Unwiederbringlichkeit und Nachvollziehbarkeit der Trasse des ”Valtinsche” - verstanden wissen.

Dauer des Videos: 14 Minuten